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Verschwendung

Lebensmittel­verschwendung: Ein Problem, das uns alle angeht

Weltweit werden etwa 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen, meldet das Statistische Bundesamt. Damit gehen wertvolle Ressourcen verloren und das Klima wird erheblich belastet. Auch die Lebensmittelverschwendung in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau: Im Berichtsjahr 2022 fielen hierzulande rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, wie offizielle Erhebungen des Umweltbundesamts zeigen. Dabei wären viele dieser Lebensmittel noch genießbar und könnten durch unter anderem Lebensmittelrettung vor der Verschwendung bewahrt werden.

Lebensmittel sind viel zu wertvoll, um im Müll zu landen. Jeden Tag sehen wir, dass vieles noch einwandfrei genießbar ist und Menschen unterstützen kann. Lebensmittel zu retten bedeutet deshalb für uns, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig ganz konkret Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen.
Sabine Werth, Gründerin und Vorsitzende der Berliner Tafel e. V.

Das globale Ziel: Verschwendung bis 2030 halbieren

Die Vereinten Nationen haben ein klares Ziel definiert, dem sich auch die Europäische Union und die deutsche Bundesregierung verpflichtet haben: Im Rahmen der Agenda 2030 soll bis zum Jahr 2030 die weltweite Lebensmittelverschwendung auf Einzelhandels- und Verbraucherebene pro Kopf halbiert werden. Zudem sollen die Nahrungsmittelverluste entlang der gesamten Produktions- und Lieferketten drastisch reduziert werden. Dieses ehrgeizige Ziel macht deutlich, wie wichtig es ist, Lebensmittel zu retten, statt sie wegzuwerfen. Als Berliner Tafel e.V. arbeiten jeden Tag hart daran, auf lokaler Ebene dazu einen Beitrag zu leisten.

Deutschland

Lebensmittelverschwendung in Deutschland

Die Lebensmittelverschwendung findet auf unterschiedlichen Stufen der Lebensmittelkette statt. Die Gründe dafür sind vielfältig: von Handelsnormen über optische Anforderungen bis hin zur Fehlinterpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums. Genau hier setzt die Berliner Tafel an, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und einwandfreies Obst, Gemüse und andere Waren zu retten.

Die Verteilung der Lebensmittelabfälle

Das Statistische Bundesamt dokumentiert im Auftrag des Umweltbundesamtes die Lebensmittelabfälle in Deutschland. Im Berichtsjahr 2022 entfiel der größte Teil der knapp 10,8 Millionen Tonnen an Lebensmittelabfällen auf die privaten Haushalte: Ganze 58 Prozent (knapp 6,3 Millionen Tonnen) entstanden direkt bei den Verbraucher:innen zu Hause. Weitere 18 Prozent (ca. 2 Millionen Tonnen) fielen im Bereich der Gaststätten und Verpflegungsdienstleistungen an. Die industrielle Verarbeitung und Herstellung war für 15 Prozent (ca. 1,6 Millionen Tonnen) der Abfälle verantwortlich. Der Einzelhandel und andere Formen des Vertriebs trugen mit 7 Prozent (ca. 0,8 Millionen Tonnen) zur Verschwendung bei, während die Primärerzeugung in der Landwirtschaft 2 Prozent (ca. 0,2 Millionen Tonnen) ausmachte.

Lebensmittelverschwendung in Deutschland

Die Ursachen der Verschwendung

Die Gründe für Lebensmittelverschwendung in Deutschland sind vielfältig. In einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie der Universität Stuttgart wurden unter anderem folgende Ursachen ermittelt: unregelmäßige Formen oder Größen von Produkten in der Industrie, Überangebot im Handel oder die Fehlinterpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums in Privathaushalten.

Unsere Mission als Berliner Tafel e. V.

An diesen Stellen setzt unsere tägliche Arbeit an: Die Berliner Tafel hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensmittelverschwendung in Berlin zu reduzieren und einwandfreie Lebensmittel zu retten. Dafür arbeiten wir mit der Industrie und dem Einzelhandel zusammen, sammeln überschüssige Lebensmittel ein, die sonst weggeworfen worden wären, und unterstützen damit armutsbetroffene Menschen. Zudem widmen wir uns – unter anderem im Rahmen unseres Kinder- und Jugendprojekts KIMBA – der Ernährungsbildung und klären über Lebensmittelverschwendung auf.

Unterstützung

Unterstützen Sie unsere Mission: Lebensmittel retten statt verschwenden!

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Lebensmittel­verschwendung

Die aktuellen statistischen Auswertungen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2022 zeigen, dass in Deutschland etwa 10,8 Millionen Tonnen pro Jahr weggeworfen werden. Mehr als die Hälfte der Abfälle (58 %) entstand in privaten Haushalten.

Häufig werden im Groß- und Einzelhandel große Mengen aussortiert, weil Produkte aufgrund hoher optischer Anforderungen der Kunden nicht mehr marktgängig sind, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht wird oder weil der Handel zu viele Produkte bestellt hat. Meistens ist ein Großteil dieser Produkte noch gut.

Nein. Das MHD ist lediglich eine Garantie des Herstellers für spezifische Eigenschaften. Sehr viele Lebensmittel sind auch nach Ablauf dieses Datums bei richtiger Lagerung noch absolut bedenkenlos genießbar und sollten nicht sofort weggeworfen werden.

Die Berliner Tafel rettet täglich tonnenweise frische und haltbare Lebensmittel, die im regulären Handel nicht mehr verkauft werden können – beispielsweise wegen kleiner optischer Schönheitsfehler, einem nahenden Mindesthaltbarkeitsdatum oder schlichter Überproduktion. Unsere unzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer holen diese wertvollen Waren mit einer großen Flotte an speziellen Kühlfahrzeugen direkt bei Supermärkten, Bäckereien und auf den Großmärkten ab.

Der nachhaltige Kampf gegen Lebensmittelverschwendung beginnt direkt in der eigenen heimischen Küche. Achten Sie zudem auf die richtige und klimatisierte Lagerung im Kühlschrank, damit frische Produkte deutlich länger haltbar bleiben. Ein weiterer elementarer Schritt ist es, dem eigenen Geruchs- und Geschmackssinn wieder mehr zu vertrauen, anstatt genießbare Lebensmittel blind wegzuwerfen, nur weil das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gerade erreicht ist. Wenn Sie darüber hinaus übrig gebliebene Reste am nächsten Tag kreativ verkochen, leisten Sie einen enormen und wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.