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Seit 1933 - die erste Tafel Deutschlands
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Kritik

Kritik an der Berliner Tafel: Wir stellen uns der öffentlichen Debatte

Die Tafeln sind eine der größten sozialen Bewegungen in Deutschland. Mit der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung von Themen wie Lebensmittelrettung und -verschwendung nimmt auch das öffentliche Interesse an der Arbeit der Tafeln zu. Entsprechend rückt unsere Arbeit immer häufiger in den Fokus der Medien und ist regelmäßig Gegenstand der öffentlichen Berichterstattung und gesellschaftlichen Debatte.

Wenn Sie an die Berliner Tafel spenden, werden Sie ein direkter Teil dieses Kreislaufs. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass die eigene Unterstützung nicht in anonymen Kanälen verschwindet, sondern ganz greifbar im eigenen Kiez ankommt. Mit Ihrer Beteiligung sichern Sie die Fahrten unserer Transporter und die Abläufe in unseren Sortierhallen. Spenden für einen guten Zweck müssen nicht kompliziert sein. Nutzen Sie unser Formular für einen direkten Beitrag oder informieren Sie sich im Folgenden ganz in Ruhe über die verschiedenen Möglichkeiten, sich bei uns einzubringen.

„Wir wissen, dass unsere Arbeit keine Lösung für Armut und soziale Ungleichheit sein kann. Aber solange Menschen auf Unterstützung angewiesen sind, möchten wir mit unserer Arbeit ganz konkret helfen – und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass es langfristig gerechtere politische und gesellschaftliche Lösungen braucht.“
Sabine Werth, Gründerin und Vorsitzende der Berliner Tafel e. V.

Unsere Haltung

Teil des Problems? Unsere Haltung zur Kritik

Angestoßen wurde die breite Debatte über die Tafeln im Jahr 2008 von Professor Stefan Selke mit seinem Buch „Fast ganz unten. Wie man in Deutschland durch die Hilfe von Lebensmitteltafeln satt wird“.

Ein zentraler Punkt der Kritik lautet: Die Tafeln seien ein Teil des Problems, nicht der Lösung. Durch die verlässliche Versorgung würden arme Menschen „ruhig gestellt“ und zu Demut und Bescheidenheit erzogen. Die Armut werde so nicht bekämpft, sondern verfestigt, während sich der Staat seiner Verantwortung entziehen könne.
Unsere Haltung zu dieser Kritik ist pragmatisch: Wir tun das eine, ohne das andere zu lassen – wir bewahren genießbare Lebensmittel vor der Verschwendung, entlasten Menschen mit wenig Geld im Alltag und weisen zugleich immer wieder auf die gesellschaftlichen Ursachen von Armut hin. Die Bekämpfung von Armut bleibt eine politische Aufgabe. Beides gehört für uns untrennbar zusammen.
Wir teilen nicht die Auffassung, dass unsere Unterstützung Menschen davon abhält, für ihre Rechte einzutreten. Im Gegenteil: In unseren Ausgabestellen finden sie Begegnung, Austausch und praktische Unterstützung. Viele erleben Wertschätzung, gewinnen neues Selbstvertrauen und erhalten Informationen über weitere Hilfsangebote.
Wenn im Zusammenhang mit den Tafeln von einer „Versorgung“ mit Lebensmitteln gesprochen wird, ist dies meist eine vereinfachende Beschreibung. Für unsere eigene Arbeit verwenden wir diesen Begriff bewusst nicht. Eine verlässliche Versorgung können und wollen wir nicht gewährleisten – dafür ist der Sozialstaat verantwortlich. Die Berliner Tafel unterstützt Menschen mit Lebensmitteln, die gespendet werden. Art, Menge und Vielfalt dieser Spenden können wir nicht beeinflussen.
Debatte

Die konstruktive Debatte geht weiter: Sprechen Sie mit uns

Wir haben auf dieser Seite unsere Haltung zu den wichtigsten Kritikpunkten an der Berliner Tafel dargelegt. Doch eine lebendige gesellschaftspolitische Debatte ist niemals abgeschlossen. Wir stellen uns weiterhin den kritischen Fragen unserer Zeit und freuen uns über den direkten, ehrlichen Austausch.

Mission

Unsere Mission auf einen Blick: Die drei Säulen der Berliner Tafel

Immer wieder begegnet uns im öffentlichen Diskurs Kritik an der Berliner Tafel. Bevor wir uns also rechtfertigen, lassen wir lieber unsere tägliche Arbeit auf der Straße sprechen. Als erste Tafel Deutschlands (gegründet 1993) sind wir heute ein riesiges, stadtweites Logistik- und Bildungsnetzwerk. Unsere Arbeit ruht auf drei starken Säulen, die eindrucksvoll zeigen, wo wir ganz konkret anpacken:

1. Lebensmittelrettung: Logistik für soziale Einrichtungen

Das ist das historische Herzstück unseres Vereins. Täglich retten wir tonnenweise einwandfreie Lebensmittel von Supermärkten und Produzenten vor der Vernichtung. Diese Waren werden in unseren Hallen sortiert und an rund 400 soziale Einrichtungen in ganz Berlin – wie Notübernachtungen, Suppenküchen und Frauenhäuser – verteilt.

2. LAIB und SEELE: Direkte Hilfe im Kiez

Um Lebensmittel direkt an Privathaushalte weiterzugeben, haben wir gemeinsam mit den Kirchen und dem rbb LAIB und SEELE gegründet. An fast 50 Ausgabestellen verteilen Ehrenamtliche wöchentlich frische Lebensmittel. Hier ist der Ort, an dem wir im direkten Kontakt unbürokratisch armutsbetroffene Menschen unterstützen und wichtige soziale Treffpunkte gegen die Einsamkeit schaffen.

3. KIMBA: Präventive Ernährungsbildung für Kinder

Reine Nothilfe reicht uns nicht aus, weshalb wir mit KIMBA (Kinder-IMBiss-Aktiv) fest in die Zukunft blicken. Ob im KIMBAexpress, in der KIMBAschule oder im KIMBAkolleg – wir zeigen Heranwachsenden völlig unabhängig vom Einkommen der Eltern, wie viel Spaß es macht, aus frischen Zutaten gesunde Mahlzeiten selbst zu kochen.

Berliner Tafel Klassik

Klassik

LuS

KIMBA

Fragen

Sie haben Fragen oder Hinweise?

Sollte Ihnen etwas ungewöhnlich erscheinen oder haben Sie Zweifel, ob eine Sammlung oder Aktion tatsächlich von der Berliner Tafel durchgeführt wird, freuen wir uns über Ihren Hinweis. Sie erreichen uns montags bis freitags von 9:00 bis 16:00 Uhr.

FAQ

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Kritik an der Berliner Tafel

Tatsächlich verstehen wir unsere Arbeit genau umgekehrt: Wir retten überschüssige, einwandfreie Lebensmittel vor der Verschwendung und unterstützen damit armutsbetroffene Menschen. So verbinden wir ökologisches und soziales Engagement. Gleichzeitig machen wir auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam und setzen uns dafür ein, dass der Staat seiner Verantwortung für eine wirksame Armutsbekämpfung gerecht wird.

Die Berliner Tafel ersetzt keine staatlichen Leistungen – sie macht sichtbar, wo diese nicht ausreichen. Unsere Unterstützung ist eine freiwillige Hilfe und darf niemals als Ersatz für staatliche Leistungen dienen.

Eine häufige geäußerte Kritik an der Berliner Tafel lautet, dass wir die Ursachen von Armut nicht beseitigen. Das stimmt: Wir heilen nicht die Krankheit, wir lindern in unseren Ausgabestellen lediglich die akuten Symptome. Die Bekämpfung der eigentlichen Ursachen – etwa zu niedrige Löhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, unzureichende Renten oder zu geringe Regelsätze – ist eine politische Aufgabe. Die Tafeln können und wollen den Sozialstaat nicht ersetzen. Gleichzeitig bringen wir uns als Verein regelmäßig in öffentliche Debatten ein, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen.

Ein zentraler Kritikpunkt an der Berliner Tafel lautet wieder, dass ehrenamtliche Initiativen wie unsere Armut eher verwalten als bekämpfen. Kritiker:innen befürchten, dass unsere Unterstützung bestehende Probleme verfestigt und der Staat sich dadurch seiner sozialen Verantwortung leichter entziehen könne.

Unsere Haltung ist pragmatisch: Solange Menschen auf Hilfe angewiesen sind, unterstützen wir sie und retten gleichzeitig genießbare Lebensmittel vor der Verschwendung. Zugleich machen wir immer wieder auf die Ursachen von Armut aufmerksam. Deren Bekämpfung bleibt eine politische Aufgabe – unser Engagement kann und soll den Sozialstaat nicht ersetzen.

Nein. Wir teilen die geäußerte Berliner-Tafel-Kritik nicht, dass unsere Unterstützung Menschen passiv mache und davon abhalte, ihre Rechte einzufordern. Im Gegenteil: Unsere Ausgabestellen sind Orte der Begegnung und des Austauschs. Hier erhalten Menschen Informationen über weitere Hilfsangebote, kommen mit anderen ins Gespräch und können neue Orientierung und Selbstvertrauen gewinnen.